{"id":285,"date":"2019-01-03T10:04:50","date_gmt":"2019-01-03T09:04:50","guid":{"rendered":"https:\/\/michaelwuethrich.ch\/?p=285"},"modified":"2019-02-22T11:47:21","modified_gmt":"2019-02-22T10:47:21","slug":"motion-zum-stoppen-des-projekts-ausdehnung-von-e-voting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/michaelwuethrich.ch\/?p=285","title":{"rendered":"Motion zum Stoppen des Projekts &#8222;Ausdehnung von E-Voting&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.grosserrat.bs.ch\/de\/geschaefte-dokumente\/datenbank?such_kategorie=1&amp;content_detail=200109391\">Motion<\/a> wurde erst nach meinem R\u00fccktritt behandelt. Thomas Grossenbacher hat als Zweitunterzeicnender die Motion hervorragend vertreten. Der Grosse Rat hat die Motion klar \u00fcberwiesen. <\/p>\n\n\n\n<p>Regionaljournal BS\/BL am 21.2.2019  am<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/regionaljournal-basel-baselland\/basler-grossrat-will-kein-e-voting\">Mittag<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/regionaljournal-basel-baselland\/skepsis-gegenueber-e-voting-ueberwiegt\">Abend<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat am 18. Oktober 2017 dem Ratschlag betreffend Ausdehnung E-Voting auf Stimmberechtigte mit Wohnsitz im Kanton Basel-Stadt zugestimmt und Mittel in der H\u00f6he von Fr. 5&#8217;900&#8217;000 bewilligt. Gem\u00e4ss Ratschlag sollen ab 2019 alle drei Stimmkan\u00e4le (elektronische, briefliche und pers\u00f6nliche Stimmabgabe) 100% der im Kanton Basel-Stadt Stimmberechtigten zur Verf\u00fcgung stehen. Der Kanton hat sich f\u00fcr das System der Schweizerischen Post AG entschieden. In der Debatte im Grossen Rat haben zahlreiche Votantinnen und Votanten auf die Risiken von E-Voting hingewiesen. Bereits ein Jahr nachdem der Grosse Rat die Einf\u00fchrung beschlossen hat, zeigte der Chaos Computer Club Schweiz (CCC) Anfang November 2018, dass E-Voting unsicher ist. Es wurde am Beispiel desGenfer E-Voting-System demonstriert, wie einfach Stimm- und Wahlberechtigte auf eine gef\u00e4lschte E-Voting-Website umgeleitet werden k\u00f6nnen. (Eine verst\u00e4ndliche Zusammenfassung hier: <a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/elektronische-abstimmungen-hacker-findenschwachstelle-im-groessten-schweizer-e-voting-system\">https:\/\/www.srf.ch\/news\/schweiz\/elektronische-abstimmungen-hacker-findenschwachstelle-im-groessten-schweizer-e-voting-system<\/a> und <a href=\"https:\/\/timogrossenbacher.ch\/2018\/11\/ist-e-voting-in-der-schweiz-sicher\/\">https:\/\/timogrossenbacher.ch\/2018\/11\/ist-e-voting-in-der-schweiz-sicher\/<\/a>). Bereits einen Monat sp\u00e4ter (Ende November 2018) gab der Kanton Genf bekannt, sein E-Voting System im Februar 2020 einzustellen. Begr\u00fcndet wird es mit den hohen Kosten und der Komplexit\u00e4t.  Dass das Projekt eingestellt wird, ist verst\u00e4ndlich, denn die vom CCC genutzte Schwachstelle kann nicht so leicht behoben werden. Die Schwachstelle &#8211; der konkrete Angriff &#8222;DNS Cache Poisoning&#8220; &#8211; ist systeminh\u00e4rent und seit l\u00e4ngerem bekannt (auch den Betreibern anderer E-Voting-Systeme). Bei DNS-Cache-Poisoning handelt es sich, \u00e4hnlich wie bei Phishing, um einen Angriff, der die Gutgl\u00e4ubigkeit, Naivit\u00e4t und technische Ignoranz von Menschen ausn\u00fctzt. Solches &#8222;social engineering&#8220; geh\u00f6rt seit Jahrzehnten zu den g\u00fcnstigsten und einfachsten Angriffsmethoden von Hackern. Bef\u00fcrworter von E-Voting argumentieren, dass der CCC die Attacke nicht zu Ende gef\u00fchrt habe und damit keine Stimmmanipulationen demonstriert habe. Dem Angreifer ist es jedoch gelungen &#8222;man in the middle&#8220;zu sein und damit hat er so etwas wie einen Generalschl\u00fcssel gefunden. Danach braucht es noch das Unwissen des Stimmb\u00fcrgers und je gr\u00f6sser dieses Unwissen, oder diese Gutgl\u00e4ubigkeit, desto gr\u00f6sser der potenzielle Schaden. Oft werden Pr\u00fcfcodes als Gegenmassnahme gegen Manipulation genannt. Doch wenn der Angreifer &#8222;man in the middle&#8220;ist, dann ist auch deren Nutzen beschr\u00e4nkt. Denn der Angreifer kann den Nutzer zu fast allem bewegen, wenn er es geschickt anstellt. Auch wenn dies nur ein Angriffsszenario war, es hat gezeigt, dass E-Voting nicht sicher ist und dass dadurch das Vertrauen in die direkte Demokratie untergraben wird. Die elektronische Stimmabgabe kann nicht als sicherer und vertrauensw\u00fcrdiger Stimmkanal ausgebaut werden, denn wenn ein seit Jahrzehnten bekannter Angriff wie DNS-Spoofing nicht verhindert werden kann, so kann E-Voting nicht als sicher gelten. Die Motion\u00e4re fordern den Regierungsrat auf, das Projekt &#8222;Ausdehnung E-Voting auf Stimmberechtigte mitWohnsitz im Kanton Basel-Stadt&#8220; baldm\u00f6glichst jedoch sp\u00e4testens innerhalb von 6 Monaten zu stoppen. <\/p>\n\n\n\n<p>Unterschrieben haben die Motion: Thomas Grossenbacher, Alexander Gr\u00f6flin, Aeneas Wanner, Jo\u00ebl Th\u00fcring, Sibylle Benz, Olivier Battaglia, Luca Urgese, Tim Cu\u00e9nod, Erich Bucher <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Motion wurde erst nach meinem R\u00fccktritt behandelt. Thomas Grossenbacher hat als Zweitunterzeicnender die Motion hervorragend vertreten. Der Grosse Rat hat die Motion klar \u00fcberwiesen. 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